Die mexikanische Telecaster habe ich zwei Jungs auf einem Flohmarkt in Deutschland abgekauft. Viele Gitarren sind durch meine Hände gegangen, darunter eine viel teurere Gibson, und trotzdem greife ich immer noch am liebsten zur Telecaster.
Über die erste klassische Gitarre von Lidl und meine Anfänge habe ich in Fast zwanzig Jahre mit der Gitarre geschrieben. Hier geht es um die späteren Käufe. An einige erinnere ich mich gut, obwohl ich die Instrumente längst nicht mehr habe.
Aus zweiter Hand
Nach der ersten, billigen Stratocaster von Allegro habe ich fast jede Gitarre von jemand anderem übernommen, und ungefähr acht von zehn habe ich in Deutschland gefunden. Darunter waren eine Epiphone, eine Gibson Les Paul und eine japanische Stratocaster aus den Achtzigern. Ich spiele Akustik- und E-Gitarre, doch wenn ich zur E-Gitarre greife, ist es seit Langem dieselbe.





Les Paul und Epiphone

Die Les Paul klang gut, aber die Verarbeitung hat mich nicht überzeugt, und so richtig bequem war sie für mich wohl auch nie, also habe ich sie schnell wieder verkauft. Das Komische daran: Vorher hatte ich eine Epiphone, also die günstigere Version derselben Gitarre, und bei ihr war es genau umgekehrt. Sie klang schlechter, war aber besser verarbeitet.
Bei diesem Vergleich konnte ich nur den Kopf schütteln. Der Klang der teureren Gitarre gefiel mir, behalten wollte ich sie trotzdem nicht, während ich an die günstigere wegen ihrer Verarbeitung lieber zurückdenke. Der Name auf der Kopfplatte sagte mir also wenig darüber, ob ich auf dem Instrument wirklich gern spielen würde.
Ein Flohmarkt in Deutschland

Die Telecaster habe ich auf einem Flohmarkt in Deutschland gefunden. An einem der Stände standen zwei Jungs, die genau diese Gitarre dabeihatten, also bin ich hingegangen, habe sie in die Hand genommen und ein bisschen darauf gespielt. Verliebt habe ich mich sofort.
Das hieß aber noch lange nicht, dass ich den verlangten Preis zahlen würde. Wir haben ein wenig gehandelt und uns auf fünfzig Euro weniger geeinigt, als sie anfangs wollten.
Beim Gitarrenbauer
Vom Flohmarkt ging die Gitarre zum Gitarrenbauer. Nach dem Einstellen, dem Abrichten der Bünde und ein paar weiteren Handgriffen sagte er mir, ich hätte ein sehr gutes Exemplar erwischt, denn eine so gut klingende Mexiko-Fender habe er lange nicht gesehen. Seitdem klingt sie hervorragend.
Warum gerade sie
Auf dem Papier ist sie nur eine mexikanische Fender, und doch stelle ich sie über die Les Paul und die japanische Stratocaster. Was mich an ihr begeistert, ist die Einfachheit: zwei Tonabnehmer, ein Dreiwegschalter, ein fester Steg, mehr nicht. Weil nichts ablenkt, kann ich mich ganz aufs Spielen konzentrieren, und ihr Klang gefällt mir einfach.
Diese Einfachheit passt zu der unterschiedlichen Musik, die ich spiele, von Rock und Pop bis zu Jazzstandards. Auf eine einzige Musikrichtung habe ich mich nie festgelegt, auf diese Gitarre inzwischen schon.
Die Telecaster war auch bei den Zaduszki Literackie dabei, zu denen ich jeden November zurückkehre. Nach drei Jahren mit Proben und Konzerten kann ich sie viel besser beurteilen als nach den wenigen Minuten auf dem Flohmarkt. Meine Meinung hat sich nicht geändert. Die meisten anderen Gitarren habe ich früher oder später verkauft.
Die hier bleibt ganz sicher.

