Zehn Jahre im Betrieb
Ich habe im Betrieb angefangen, nicht am Rechner. Zeitarbeitsfirmen, Produktionswerke, Personalverwaltung. Zeitwirtschaft und Rechnungen in SAP, Kundendaten in CRM-Systemen, Rekrutierung von Baukolonnen, Einsatzplanung für rund 260 Beschäftigte in sieben Abteilungen eines Mehrschichtbetriebs, Transport, Unterkunft und der Schriftverkehr mit deutschen Behörden.
Dieses Jahrzehnt hat mir das beigebracht, was man aus dem Programmieren allein nicht lernt: was in einem Unternehmen zwischen den Systemen wirklich passiert und wie viel davon Menschen sind, die Daten aus einem Fenster in das nächste abtippen.
Was ich an einem normalen Tag mache
Ich plane Glasfasernetze für ein deutsches Unternehmen, von Stettin aus. Netzdaten in QGIS und AutoCAD, Dokumentation, Tickets und Kunden im CRM, Schriftverkehr auf Deutsch.
Dazu kommen Skripte und kleine Programme für genau ein Problem: damit sich Daten aus zwei Systemen vergleichen lassen, damit ein Report von selbst entsteht, damit ein Import nicht von Hand nachgebessert werden muss. Bei solchen Auswertungen kommen auch viele Fehler in den Daten selbst ans Licht. Früher musste man sie einzeln mit dem Auge finden. Heute korrigiere ich sie mit einem Klick.
Was von mir bleibt
Ich halte wiederkehrende Arbeit nicht aus. Spätestens beim dritten Mal derselben Handgriffe habe ich mich hingesetzt und dafür gesorgt, dass sie von allein passieren. In jedem Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe, ist etwas Dauerhaftes geblieben: ein integrierter Dokumentenlauf, automatische Mailversände, eine Datenmigration, zwei Systeme, die sich vorher nicht gesehen haben.
Die Leute nach mir hatten es schlicht leichter, und das freut mich mehr als abgehakte Aufgaben. Meine eigenen Produkte kommen aus derselben Ecke. Prüfungsbögen, die sich selbst auswerten, und ein Planer für Außendienstteams sind derselbe Gedanke in größerem Maßstab: die Arbeit leichter machen, statt sie aufzublähen.
Wie meine Produkte wirklich entstehen
Seit drei Jahren entwerfe ich Websites und Anwendungen: von einfachen Visitenkartenseiten bis zu Systemen, die funktional nahe an ein CRM oder einen Einsatzplaner herankommen. Ich entscheide, was entstehen soll, teste es live, nehme es in Betrieb und stehe für das gerade, was läuft.
Dabei tue ich nicht so, als tippte ich jede Zeile selbst. Der Code entsteht mit KI-Werkzeugen, und ich bin derjenige, der weiß, was gebaut werden muss, der prüft, ob es funktioniert, und der es ausbadet, wenn nicht. So arbeitet heute der größte Teil der Branche, es wird nur selten laut gesagt. Für den Kunden zählt ohnehin eines: ob das Produkt läuft und ob jemand dafür geradesteht.
Daten, die schneller neu bewertet werden als eine Börse
Ich verfolge Sport, vor allem Fußball, und schaue darauf wie auf jeden anderen Datensatz. Wettmärkte sind die schnellsten öffentlichen Daten, die ich kenne. Ein Kurs bewegt sich in der Sekunde, in der ein Breakball verloren geht, eine rote Karte kommt oder ein Dart das Doppel verfehlt. Keine Börse bewertet nach einem einzelnen Ereignis so schnell neu.
So wurden sie zu meinem Übungsfeld für APIs und Datenverarbeitung: komplizierte Statistiken ziehen, sie über mehrere Quellen zusammenführen und beobachten, wie ein Modell ein Ereignis in eine Zahl übersetzt. Die Zeit ist dabei eine eigene Variable. Je näher der Schlusspfiff, desto mehr bedeutet derselbe Spielstand, und die Wahrscheinlichkeiten verschieben sich auch dann, wenn auf dem Platz nichts passiert.
Nicht alles muss Geld kosten
Auf Algebra i Spółka bleibt ein guter Teil offen: die Prüfungsbögen, die sich selbst auswerten, die Spiele, die Rechner. Wer sich um zehn Uhr abends an eine Aufgabe setzt, braucht die Lösung und keine Preisliste. Je mehr junge Leute logisches Denken üben, desto besser für alle, mich eingeschlossen.
Blut spende ich seit über fünfzehn Jahren, zusammen sind es mehr als zwanzig Liter. 2025 kam eine staatliche Auszeichnung für Verdienste um die Gesundheit dazu. Die Sache selbst ist schlichter, als das klingt: eine Stunde alle paar Wochen.
Abseits des Bildschirms
Ich spiele seit vielen Jahren Gitarre, auch auf der Bühne. Dazu Schach und Bücher. Deutsch habe ich nicht im Kurs gelernt, sondern beim Leben und Arbeiten in Deutschland. Englisch reicht für Arbeit und Dokumentation, Spanisch fängt gerade erst an und endet vorerst beim Kaffeebestellen.